Halloween-Special

Das Gespenst mit den Hasenohren
Im Baumhaus raschelte es. Unter dem Tisch raschelte es noch einmal. Dann kamen zwei lange Ohren zum Vorschein. Hinterher folgte ein weißes Laken.
„Huuuh!“, rief Hopsi. „Ich bin ein Gespenst!“ Er hatte eine große Öffnung für sein Gesicht gelassen. Seine Füße schauten unten heraus.
Eddi hüpfte begeistert auf und ab. „Noch einmal! Aber diesmal ganz plötzlich!“
Hopsi duckte sich hinter einen Sessel. Eddi zählte bis drei. Dann sprang das Hasengespenst hervor.
Wumi lachte. Mucki nicht. Er ließ beinahe die Schüssel mit den Kürbiskeksen fallen.
„Stopp!“, sagte er. Seine Stimme war leise, aber alle hörten sie.

Hopsi blieb sofort stehen. „War das zu viel?“ Mucki nickte. „Ich wusste nicht, dass
du da bist.“ Er stellte die Schüssel auf den Tisch und strich seine Jacke glatt.
Eddi sah von einem Freund zum anderen. „Aber es war doch nur Hopsi.“ „Das weiß
ich jetzt“, sagte Mucki. „Trotzdem hat mein Bauch einen großen Hüpfer gemacht.“
Wumi rückte einen Stuhl heran. „Dann machen wir erst einmal Pause.“ Hopsi nahm das Laken ab und setzte sich neben Mucki. Seine langen Ohren hingen ein wenig herunter.
„Es tut mir leid“, sagte er. „Ich wollte, dass wir zusammen lachen.“ Mucki atmete
langsam aus. „Ich möchte mitspielen. Ich möchte nur vorher wissen, wann das
Gespenst kommt.“
Eine Weile dachte niemand an Kekse. Dann hob Mucki den Kopf. „Wir könnten ein
Gespenstertheater machen. Mit einer Bühne und einem richtigen Anfang.“
Eddi sprang auf. „Ich kümmere mich um den Vorhang!“ Er holte ein Tuch. Wumi stellte zwei Stühle nebeneinander. Hopsi zog sein Kostüm wieder an und prüfte, ob er seine Füße gut sehen konnte.
Vor der ersten Vorstellung sagte Wumi: „Jetzt kommt gleich das Gespenst. Wer nicht zuschauen möchte, kann neben mir sitzen. Und bei Stopp halten wir an.“ Mucki setzte sich in die erste Reihe.
Der Vorhang ging auf. Hopsi schwebte auf Zehenspitzen zwischen den Stühlen hindurch. „Huuuh!“, machte er ganz leise. Dann blieb er stehen. „Hat jemand meine Gespenstersocke gesehen?“
Aus dem Vorhang kam Eddis Pfote. An einem Finger hing eine winzige Socke. Hopsi betrachtete sie. „Die ist ja nur groß genug für ein Gespenst mit einem einzigen Zeh!“
Mucki musste lachen. Erst ein bisschen, dann so sehr, dass seine Brille auf der Nase wackelte. Eddi ließ die Socke winken. Wumi klatschte.
Nach der Vorstellung verbeugte sich Hopsi. „War es so gut?“ „Sehr gut“, sagte Mucki. „Mein Bauch hat diesmal vor Lachen gehüpft.“
Die Freunde teilten die Kekse. Hopsi setzte sich neben Mucki, das Laken wie eine Decke über den Knien. „Morgen spielen wir wieder“, sagte er. „Aber erst, wenn der Vorhang aufgeht.“
Und Eddi? Der suchte schon eine zweite winzige Socke.
Schließlich brauchte auch ein Gespenst manchmal warme Füße.

Deine Meinung zählt!
Bewerte diese Geschichte und hilf ihr, den Sprung in unser gedrucktes Buch zu schaffen.
Gefällt mir:
