Wo das Meer Geschichten flüstert
An der Kristallküste glitzert das Wasser, Möwen ziehen über die Dächer und kleine Wellen rollen Muscheln an den Strand. Zwischen bunten Hafenhäusern und schimmernden Felsen gibt es bei jedem Blick etwas Neues zu entdecken.
Folgt den Freunden durch die Hafenstadt zum Leuchtturm, sucht besondere Formen am Muschelstrand und besucht die verborgene Kristallbucht. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen – und manchmal einfach still zuzuhören.

Die Farben eines Meerestages
Schon auf dem Weg zur Hafenstadt konnte WUMI das Meer riechen. Eine salzige Brise strich über die Küstenwiesen, und zwischen den Dächern tauchten die ersten Segelmasten auf. HOPSI ging ein wenig schneller, weil er unbedingt sehen wollte, ob die Boote wirklich so bunt waren wie auf WUMIs Karte. MUCKI blieb dagegen immer wieder stehen, um die kleinen Pflanzen am Wegesrand zu betrachten, während EDDI versuchte, dem Flug einer Möwe mit den Augen zu folgen.
Am Hafen angekommen, suchten sie sich einen Platz auf einer niedrigen Steinmauer. Vor ihnen schaukelten rote, blaue und gelbe Boote auf dem Wasser. Ihre Spiegelbilder wurden von jeder Welle auseinandergezogen und gleich darauf wieder zusammengesetzt. WUMI holte sein Zeichenheft heraus, denn er wollte ein Bild der Kristallküste mit nach Hause nehmen.
Zuerst malte er das Meer blau. Dann hielt er inne, weil das Wasser neben dem Steg plötzlich grün aussah und weiter draußen silberne Flecken trug. EDDI beugte sich neugierig über seine Schulter und entdeckte sogar ein Stück Violett im Schatten eines Bootes. WUMI wusste kaum noch, welchen Stift er nehmen sollte.
MUCKI schlug vor, die Küste erst einmal von oben anzuschauen. Ein geschwungener Weg führte sie zum Leuchtturm, der auf einem grasbewachsenen Felsen stand. Von dort konnten sie die Hafenstadt, den langen Muschelstrand und eine kleine Bucht hinter einem natürlichen Steinbogen sehen. Die Sonne wanderte langsam über den Himmel, und überall veränderten sich die Farben mit ihr.
WUMI zeichnete ein paar kleine Farbfelder an den Rand seiner Seite. HOPSI suchte sich das hellste Türkis aus, weil es ihn an die flachen Wellen am Strand erinnerte. EDDI entschied sich für das dunkle Blau weit draußen, und MUCKI zeigte auf die weißen Schaumlinien zwischen den Felsen.
Am Muschelstrand machten sie eine Pause. Während sie ihre Birnenstücke aßen, schob das Wasser winzige Muscheln über den Sand. HOPSI legte einige leere Schalen nebeneinander und staunte darüber, wie unterschiedlich sie aussahen. Manche waren gestreift, andere fast durchsichtig, und eine schimmerte innen rosa, obwohl sie außen ganz unscheinbar war.
Schließlich folgten die Freunde dem Strand bis zur Kristallbucht. Hier wurden die Wellen ruhiger, und zwischen den Felsen ragten blaue Kristalle hervor. Sonnenlicht fiel durch ihre Spitzen und zeichnete helle Flecken auf den Stein. WUMI setzte sich hin und begann noch einmal zu malen. Diesmal verwendete er viele Farben und ließ dazwischen kleine Stellen frei, an denen das Papier wie Sonnenlicht leuchtete.
Als sie am Abend durch die Hafenstadt zurückgingen, lagen goldene Spiegelungen auf dem Wasser. WUMI ergänzte einen letzten Strich in seinem Heft und zeigte den anderen das fertige Bild. HOPSI erkannte sofort den Muschelstrand, MUCKI den Leuchtturm und EDDI die schimmernde Bucht. WUMI betrachtete die bunten Flecken und erinnerte sich bei jeder Farbe an einen anderen Moment ihres Meerestages.








